Änderungen TRBS 1201 Teil 4 GMBl 2012 S. 902 [Nr. 47/48]

Bekanntmachung des BMAS v. 17.10.2012 - IIIb 3 – 35650

In der Technischen Regel für Betriebssicherheit (TRBS) 1201 Teil 4 „Prüfung von überwachungsbedürftigen Anlagen – Prüfung von Aufzugsanlagen“ (GMBl 2009, S. 1598 [Nr. 77, 20.11.2009]) wird in Nummer 3.2.3 und in Nummer 3.3 jeweils der Absatz 12 (einschließlich der Anmerkung) gestrichen.

„(12) Prüfung der Wirksamkeit der Schutzmaßnahme des Sicherheitsstromkreises der AufzugsanlageAnmerkung: Für die Bewertung dieser Prüfung muss ein Nachweis über den ord-nungsgemäßen Zustand der elektrischen Anlagen und Betriebsmittel der Aufzugsan-lage vorliegen. Diese Prüfung, mit Ausnahme des Sicherheitsstromkreises, muss in regelmäßigen Abständen durch eine dazu befähigte Person im Auftrag des Betrei-bers erfolgen (siehe auch TRBS 1201).“

Begründung

Die zu streichenden Regelungen haben in der Praxis zu Fehlinterpretationen hinsichtlich des Prüfumfanges von elektrischen Prüfungen an Aufzugsanlagen geführt.

- Ausschuss
Für die elektrischen Einrichtungen der Aufzugsanlagen gilt weiterhin die Unfallverhütungsvorschrift BGV A3 (vormals BG 4): „Elektrische Anlagen und Betriebsmittel“
Danach musste bereits vor Inkrafttreten der TRBS 1201-4 die elektrischen Einrichtungen von Aufzugsanlagen in regelmäßigen Zeitabständen durch die Elektrofachkraft überprüft werden.

*BGV A3 § 5 Prüfungen

  1. Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass die elektrischen Anlagen und Betriebsmittel auf ihren ordnungsgemäßen Zustand geprüft werden:
    1. vor der ersten Inbetriebnahme und nach einer Änderung oder Instandsetzung vor der Wiederinbetriebnahme durch eine Elektrofachkraft oder unter Leitung und Aufsicht einer Elektrofachkraft und

    2. in bestimmten Zeitabständen.

    Die Fristen sind so zu bemessen, dass entstehende Mängel, mit denen gerechnet werden muss, rechtzeitig festgestellt werden.

  2. Bei der Prüfung sind die sich hierauf beziehenden elektrotechnischen Regeln zu beachten.

  3. Auf Verlangen der Berufsgenossenschaft ist ein Prüfbuch mit bestimmten Eintragungen zu führen.

  4. Die Prüfung vor der ersten Inbetriebnahme nach Absatz 1 ist nicht erforderlich, wenn dem Unternehmer vom Hersteller oder Errichter bestätigt wird, dass die elektrischen Anlagen und Betriebsmittel den Bestimmungen dieser Unfallverhütungsvorschrift entsprechend beschaffen sind.


*BGV A3: zu § 5 Abs. 1 Nr. 2:

Zur Erhaltung des ordnungsgemäßen Zustandes sind elektrische Anlagen und Betriebsmittel wiederholt zu prüfen.

Anhand der folgenden Tabelle können Prüffristen festgelegt werden, wenn die elektrischen Anlagen und Betriebsmittel normalen Beanspruchungen durch Umgebungstemperatur, Staub, Feuchtigkeit oder dergleichen ausgesetzt sind. Dabei wird unterschieden zwischen ortsveränderlichen und ortsfesten elektrischen Betriebsmitteln und stationären und nichtstationären Anlagen.

Tabelle 1A: Wiederholungsprüfungen ortsfester elektrischer Anlagen und Betriebsmittel

Anlage/Betriebsmittel Prüffrist Art der Prüfung Prüfer
Elektrische Anlagen und ortsfeste Betriebsmittel 4 Jahre auf ordnungsgemäßen Zustand Elektrofachkraft
Elektrische Anlagen und ortsfeste elektrische Betriebsmittel in „Betriebsstätten, Räumen und Anlagen besonderer Art" (DIN VDE 0100 Gruppe 700) 1 Jahr    
Schutzmaßnahmen mit Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen in nichtstationären Anlagen 1 Monat auf Wirksamkeit Elektrofachkraft oder elektrotechnisch unterwiesene Person bei Verwendung geeigneter Mess- und Prüfgeräte
Fehlerstrom-, Differenzstrom und Fehlerspannungs-Schutzschalter
  • in stationären Anlagen
  • in nichtstationären Anlagen
6 Monate arbeitstäglich auf einwandfreie Funktion durch Betätigen der Prüfeinrichtung Benutzer

Die Forderungen sind für ortsfeste elektrische Anlagen und Betriebsmittel z.B. auch erfüllt, wenn diese von einer Elektrofachkraft ständig überwacht werden.
Ortsfeste elektrische Anlagen und Betriebsmittel gelten als ständig überwacht, wenn
sie kontinuierlich
  • von Elektrofachkräften instandgehalten
und
  • durch messtechnische Maßnahmen im Rahmen des Betreibens (z.B. Überwachen des Isolationswiderstandes) geprüft
werden.

Die ständige Überwachung als Ersatz für die Wiederholungsprüfung gilt nicht für die
elektrischen Betriebsmittel der Tabellen 1B und 1C.

*Ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel

Tabelle 1B enthält Richtwerte für Prüffristen. Als Maß, ob die Prüffristen ausreichend bemessen werden, gilt die bei den Prüfungen in bestimmten Betriebsbereichen festgestellte Quote von Betriebsmitteln, die Abweichungen von den Grenzwerten aufweisen (Fehlerquote). Beträgt die Fehlerquote höchstens 2 %, kann die Prüffrist als ausreichend angesehen werden.

Die Verantwortung für die ordnungsgemäße Durchführung der Prüfung ortsveränderlicher elektrischer Betriebsmittel darf auch eine elektrotechnisch unterwiesene Person übernehmen, wenn geeignete Mess- und Prüfgeräte verwendet werden.

*) siehe auch Berufsgenossenschaftliche Vorschrift für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit BGV A3: Elektrische Anlagen und Betriebsmittel Berufsgenossenschaft der Feinmechanik BGFE und Elektrotechnik vom 1. April 1979, in der Fassung vom 1. Januar 1997, mit Durchführungsanweisungen
vom Oktober 1996, Aktualisierte Nachdruckfassung 2005

Die Praxis hat gezeigt, dass ein großer Teil von Aufzugsanlagen im Hinblick auf die Ausrüstung von Bauteilen mängelbehaftet ist.

Die Prüfung der elektrischen Anlagen und Betriebsmittel Ihrer Aufzugsanlage empfehlen wir Ihnen daher weiterhin zu beauftragen.

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